Die Geschichte der Flühlenmühle

Zwischen Aare und Sense erstreckt sich die heutige Gemeinde Mühleberg mit ihren 12 Weilern. Drei markante Gräben entwässern das Plateau gegen die Saane. Nur in deren Mündungsbereich ist die Sandsteinfluh (Folge eines erdgeschichtlichen Grabenbruches) unterbrochen. In jedem dieser Gräben haben früher bis 7 Wasserräder für den Antrieb von Sägen, Stampfen und Mühlen die Wasserkraft der Bäche teilweise mehrfach genutzt. Die meisten Anlagen verschwanden Ende 19. und im 20. Jahrhundert. Bei wenigen wurde das Rad durch eine Turbine ersetzt bis auch diese Betriebe aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben wurden.
In unserer Gemeinde sind bis heute nur noch Flühlen- und Schnurenmühle (nur das Gebäude) am Flühbach erhalten. In der Flühlenmühle wurde bis zum zweiten Weltkrieg noch gemahlen. Nach der Aufgabe der Mühle verrottete die Mühleneinrichtung still vor sich hin. Die grosse Welle des Wasserrades wurde als Alteisen verkauft. Der Mahlstuhl von 1704 und wesentliche Teile vom alten Holzräderwerk blieben erhalten.
Der Wohnteil des Gebäudes von 1870/72 wurde immer bewohnt, während der Wirtschaftsteil ungenutzt blieb.
Auf Betreiben eines Lehrers der Schule Mühleberg (Walter Maurhofer) wurde mit Interessierten aus der Gegend am 21. März 1989 der Verein Flühlenmühle zur Erhaltung der letzten Mühle in der Gemeinde Mühleberg gegründet. Im Wissen dass ohne bedeutende finanzielle Hilfe von Aussen nicht an eine Restauration zu denken war, wurde am 30. August 1991 die Stiftung Flühlenmühle gegründet um den Zugang zu öffentlichen Mitteln (Denkmalpflege Kanton/Bund) sicher zu stellen. Um eine grössere Bekanntheit zu erlangen, fand 1991 das erste Mühlespiel zwischen Mühle und Ofenhaus statt. Es folgten noch weitere vier Theaterproduktionen.
Mit der Sanierung des Daches über dem ganzen Gebäude wurde 1998 die Restauration eingeleitet. Im Wohnteil richteten die Besitzer drei Wohnungen ein, während die Stiftung den Mühlenteil mit dem Ofenhaus im Baurecht übernahm und zunächst mit der Sanierung und Restauration der Gebäudehüllen begann. Das Ofenhaus von 1857 wurde 1993/94 in Stand gestellt. Der Backofen von ca. 2m Durchmesser, konnte 2002 erneuert werden. Ab 2004 bis 2009 wurde die Mühleneinrichten mit den alten Holzrädern restauriert. Viele originale Teile sind heute wieder im Betrieb. Im Sommer 2009 wurde die wieder funktionsfähige Mühle mit einem grossen Fest eingeweiht.

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